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Innovative Ansätze für das psychische Wohlbefinden in der Langzeitpflege: Einblick in das WELL CARE-Symposium auf dem 23. IAGG-Weltkongress
Vom 5. bis 8. Juli fand in Amsterdam der 23. IAGG-Weltkongress für Gerontologie statt, bei dem die EU-finanzierten Projekte WELL CARE im Mittelpunkt standen. Besonders hervorzuheben sind zwei symposiale Sessions, die sich mit bewährten Praktiken sowie den Auswirkungen der Pflegepolitik auf das Wohlbefinden von Pflegekräften in Europa beschäftigten.
Symposium 1: Bewährte Praktiken und Lösungsansätze zur Stärkung des psychischen Wohlbefindens
Während des ersten Symposiums präsentierten Expertinnen und Experten aus mehreren europäischen Ländern erfolgreiche Interventionen und innovative Ansätze zur Unterstützung informeller Pflegepersonen und Fachkräfte. Unter Leitung von Maria Nilsson und Marco Socci wurden die Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche sowie zehn ausführliche Fallstudien vorgestellt, die die Wirksamkeit verschiedener praktischer Maßnahmen belegen.
Beispiele für bewährte Praktiken sind unter anderem:
- Schwedens Teams für assertive community treatment (Elin-Sofie Forsgärde, Linnaeus-Universität)
- Italiens individueller Pflegeplan, der auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger eingeht (Marco Socci)
- Sloweniens Schulungsangebote für pflegende Angehörige sowie das E-Qalin-Qualitätsmodell (Ana Ramovš, Miriam Hurtado Monarres)
- Deutschlands Online-Beratungsdienst „Pflegen & Leben“ (Katja Knauthe, Hochschule Zittau/Görlitz)
Ein besonderer Fokus lag auf partizipativen Methoden, mit denen lokale Lösungen gemeinsam mit Pflegekräften entwickelt werden. Die Botschaft: Das psychische Wohlergehen der Pflegekräfte ist ein fundamentales Recht und eine Voraussetzung für eine nachhaltige Langzeitpflege – Unterstützung muss gemeinsam gestaltet werden.
Mehr Informationen, inklusive der vollständigen Berichte und Fallstudien, sind auf der Projektwebsite verfügbar: https://wellcare-project.eu/
Symposium 2: Der Einfluss der Pflegepolitik auf das Wohlbefinden
Das zweite Symposium widmete sich der Frage, wie die unterschiedlichen Pflegesysteme in fünf europäischen Ländern das psychische Wohlbefinden von Pflegekräften beeinflussen. Unter der Leitung von Andreas Hoff beleuchteten Vertreterinnen und Vertreter aus Schweden, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Slowenien, wie sich sozialpolitische Rahmenbedingungen auf die Belastungssituation der Pflegekräfte auswirken.
Alle Länder berichteten, dass sie auf einen hohen Anteil an informellen Pflegepersonen sowie professionellem Pflegepersonal angewiesen sind, das zunehmend unter Druck steht. Die Ergebnisse zeigen, dass das psychische Wohlbefinden dieser Pflegekräfte kein Nebenaspekt, sondern eine entscheidende Voraussetzung für die Nachhaltigkeit der Langzeitpflege ist. Pflegekräfte haben ein eigenständiges Recht auf Unterstützung und Wohlbefinden, was in den jeweiligen nationalen Politiken berücksichtigt werden muss.
Die politischen Analysen und Länderprofile sind in einem speziellen Bericht „Country profiles“ zusammengefasst, der ebenfalls auf der Projektwebsite verfügbar ist: https://wellcare-project.eu/
Das WELL CARE-Projekt betont, dass die Stärkung des psychischen Wohlbefindens von Pflegepersonen integraler Bestandteil nachhaltiger Gesundheitssysteme ist. Unterstützung muss dabei aktiv und partizipativ erfolgen – nur so kann die Langzeitpflege zukunftssicher gestaltet werden.
2.Obergeschoss