Das GAT-Institut verfügt über umfassende Expertise im Themenfeld Altern und Pflege, das aus einer interdisziplinären Perspektive bearbeitet wird. Im Zentrum stehen Fragen der Versorgungsqualität, der sozialen Ungleichheit im Alter, der Gestaltung von Pflegearrangements sowie der Unterstützung pflegender Angehöriger. Dabei verbindet das Institut gerontologische, pflegewissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und gesundheitsbezogene Forschung mit praxisnaher Transferarbeit. Analysiert werden unter anderem regionale Versorgungsstrukturen, Fachkräftesicherung, die Rolle informeller Pflege sowie organisationale Rahmenbedingungen in ambulanten und stationären Settings.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Gestaltung von Pflege unter den Bedingungen des demografischen Wandels. Das GAT untersucht, wie innovative Versorgungsmodelle, digitale Unterstützungsangebote und kommunale Netzwerke dazu beitragen können, Selbstständigkeit im Alter möglichst lange zu erhalten und Pflege bedarfsgerecht zu organisieren. Dabei werden sowohl strukturelle und politische Rahmenbedingungen als auch betriebliche und individuelle Handlungsspielräume berücksichtigt. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte, praxistaugliche Konzepte zu entwickeln, die Pflegequalität sichern, Belastungen reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe im Alter stärken.
Ein Beispiel hierfür ist das Projekt WELL CARE, das neue Ansätze zur gesundheitsfördernden Unterstützung und Vernetzung im Pflegekontext erprobt. Dabei werden praxisnahe Lösungen entwickelt, die Versorgungssicherheit, Lebensqualität und psychosoziale Stabilität im Alter verbessern und zugleich regionale Strukturen stärken.
Die Alterperimentale – Praxisforschungsstelle Görlitz ist ein zentraler Baustein der GAT-Kompetenzen im Themenfeld Altern und Pflege. Als partizipativer Forschungs- und Erprobungsraum verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen älterer Menschen, pflegender Angehöriger und professioneller Akteur:innen. In der Alterperimentale werden neue Versorgungs-, Unterstützungs- und Technikkonzepte unter realen Alltagsbedingungen erprobt und gemeinsam weiterentwickelt. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Pflege und Unterstützung im Alter so gestaltet werden können, dass sie Selbstbestimmung, Würde und soziale Teilhabe fördern. Durch diesen praxisnahen Ansatz trägt die Alterperimentale dazu bei, Bedarfe frühzeitig sichtbar zu machen, Akzeptanzbarrieren abzubauen und innovative Lösungen an reale Lebens- und Pflegekontexte anzupassen. Sie fungiert zugleich als Schnittstelle zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit und ermöglicht den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Pflegeeinrichtungen, Kommunen und zivilgesellschaftliche Strukturen. Damit stärkt die Alterperimentale die Rolle des GAT als Impulsgeber für zukunftsfähige, menschengerechte Pflege- und Unterstützungsmodelle.
Das AAL-Labor Görlitz (Ambient Assisted Living) ergänzt die Forschung des GAT-Institutes durch eine technisch ausgestattete Erprobungs- und Demonstrationsumgebung für assistive Systeme im Pflege- und Unterstützungskontext. In einer realitätsnah gestalteten Wohn- und Versorgungssituation werden Smart-Home-Technologien, sensorbasierte Assistenzlösungen, Kommunikationssysteme sowie digitale Unterstützungsangebote hinsichtlich Funktionalität, Nutzerfreundlichkeit und Akzeptanz untersucht. Das AAL-Labor ermöglicht es, technische Innovationen unter kontrollierten Bedingungen zu testen und gemeinsam mit älteren Menschen, Pflegefachkräften und Angehörigen weiterzuentwickeln. Dabei stehen Fragen der Alltagstauglichkeit, Datensicherheit, ethischen Vertretbarkeit und praktischen Integration in bestehende Pflegearrangements im Mittelpunkt. So trägt das Labor dazu bei, technologische Lösungen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie systematisch in soziale und pflegerische Kontexte einzubetten – mit dem Ziel, Selbstständigkeit zu fördern, Pflegeprozesse zu unterstützen und die Qualität der Versorgung nachhaltig zu verbessern.