Meldungsdetails

02. Oktober 2026

Wir alle sind Hochschule

Mit rund 900 Gästen und deutlich mehr Immatrikulationen als im Vorjahr begrüßte die Hochschule Zittau/Görlitz ihre neuen Studierenden zum Start ins Wintersemester 2026/27.

Die feierliche Immatrikulation am 1. Oktober 2026 in der Johanniskirche Zittau stand ganz im Zeichen des Ankommens und des gemeinsamen Starts ins Hochschulleben.

Moderatorin Victoria Hohlfeld führte durch den Nachmittag und bezog das Publikum immer wieder aktiv ein. Durch Gespräche mit Studierenden, Fakultätsvertretungen und Gästen entstand eine persönliche Atmosphäre, die die neuen Studierenden von Beginn an in den Mittelpunkt stellte. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Jonathan Zopf am Flügel und Samuel Wagner an der Orgel.

Auch die aktuellen Entwicklungen zeigen einen positiven Studienstart: Zum Zeitpunkt der Feier lagen mehr Bewerbungen vor als im Vorjahr, die Zahl der bereits Immatrikulierten war deutlich höher. Da der Immatrikulationsprozess noch läuft, stehen die endgültigen Zahlen erst später fest. Erstmals starten in diesem Wintersemester die neuen Studienangebote Orientierungsstudium Management sowie Halbleiterprozesse und Materialchemie. Besonders gefragt sind aktuell die dualen Studienangebote sowie unter anderem Informatik, Tourismusmanagement, Kultur und Management, Molekulare Biotechnologie und Kommunikationspsychologie. Spitzenreiter ist der Studiengang Soziale Arbeit.

Perspektiven auf den Studienstart

Bereits zu Beginn der Veranstaltung kamen unterschiedliche Sichtweisen auf den Studienstart zusammen. Im Publikumsgespräch bezog Moderatorin Victoria Hohlfeld zunächst Erstsemester und Hochschulangehörige ein, bevor sie im anschließenden Panel mit Oberbürgermeister Thomas Zenker über das Ankommen der neuen Studierenden in Zittau und die Verbindung zwischen Stadt und Hochschule sprach. Thomas Zenker vertrat an diesem Tag zugleich die Perspektive seines Görlitzer Amtskollegen Octavian Ursu und sprach damit für beide Hochschulstädte.

Auch der Chef der Sächsischen Staatskanzlei Dr. Andreas Handschuh begrüßte die neuen Studierenden und hieß sie im Freistaat Sachsen willkommen. In seinem Grußwort erinnerte er daran, dass die Studienzeit nicht nur mit neuen Anforderungen, sondern auch mit besonderen Freiheiten verbunden ist, die genutzt und genossen werden sollten. Zugleich verwies er auf die Region mit ihren zahlreichen Forschungseinrichtungen und den Möglichkeiten, die sich daraus für Studium und wissenschaftliche Entwicklung ergeben.

Ausgezeichnetes Engagement

Auch Leistung und Engagement der Studierenden erhielten bei der Immatrikulationsfeier besonderen Raum. Zunächst wurden die Deutschlandstipendien für das neue Studienjahr übergeben. Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch und Michael Ester von Sysmex Partec, stellvertretend für die Fördernden, sprachen darüber, dass die Stipendien nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch Anerkennung und Rückenwind geben können. Insgesamt werden 25 Studierende gefördert, 19 von ihnen nahmen an der Feier teil und erhielten dort ihre Urkunden.

Ein besonderer Moment gehörte anschließend Theresa Metzner. Die Studentin des Tourismusmanagements und Deutschlandstipendiatin erinnerte sich an ihren eigenen Studienstart vor zwei Jahren: an Aufregung, Zweifel und die Frage, ob sie den Anforderungen des Studiums gewachsen sein würde. Sehr persönlich machte sie den neuen Studierenden Mut, sich selbst mehr zuzutrauen.

“

Aber ich glaube, manchmal ist Leistung auch, etwas Neues zu wagen. Dranzubleiben. Oder sich etwas zuzutrauen, was man sich vorher selbst nicht zugetraut hätte.

”
Theresa Metzner, Deutschlandstipendiatin

Besonders bewegend wurde ihre Rede, als sie darüber sprach, was Unterstützung bewirken kann. Das Deutschlandstipendium habe sie nicht nur finanziell entlastet, sondern ihr auch das Gefühl gegeben, dass andere an sie glauben. Ihre Ansprache zog das Publikum spürbar in den Bann; einige Gäste reagierten sichtlich gerührt.

Anschließend wurden zwei internationale Studierende ausgezeichnet. Prof. Dr. Małgorzata Maćkowiak, Prorektorin Bildung und Nachhaltigkeit, und Mario Linack, Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Zittau/Görlitz, begleiteten die Preisverleihung. 

Den DAAD-Preis zur Würdigung hervorragender Leistungen ausländischer Studierender erhielt Kornelia Wiktoria Maryniewska. Sie schloss den Bachelorstudiengang Molekulare Biotechnologie mit sehr gutem Ergebnis ab und studiert inzwischen Pharmazeutische Biotechnologie. Neben ihren wissenschaftlichen Leistungen engagiert sie sich unter anderem in der Hippotherapie mit Kindern und bei Feriencamps.

Mit dem Preis für besonderes fachliches und soziales Engagement ausländischer Studierender des Fördervereins der HSZG wurde Sandeep Upadhyaya ausgezeichnet. Nach dem Studienkolleg nahm er ein duales Maschinenbaustudium in der KIA-Studienform auf. Neben seinem Studium engagiert er sich für das KIA-Angebot, unterstützt Studieninteressierte und bringt sich in Themen rund um Integration und internationale Fachkräfte im Landkreis Görlitz ein.

„Wir alle sind Hochschule“

Einen weiteren inhaltlichen Höhepunkt setzte die Rede von Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch. Unter dem Leitgedanken „Wir alle sind Hochschule“ ermutigte er die Erstsemester, sich nicht als reine Nutzerinnen und Nutzer der Hochschule zu verstehen, sondern sie aktiv mitzugestalten.

“

Eine Hochschule ist kein Gebäude, kein Logo und keine Verwaltung. Sie ist etwas, das Menschen jeden Tag herstellen. Sie. Wir. Ich.

”
Prof. Dr. Alexander Kratzsch, Rektor

An konkreten Beispielen machte er deutlich, was damit gemeint ist: Fragen stellen, anderen helfen, bei Projekten Verantwortung übernehmen und sich einbringen. Im Mittelpunkt stand für ihn die Erfahrung der Selbstwirksamkeit – also zu erleben, dass das eigene Handeln tatsächlich etwas bewirken kann. Diese Haltung sei nicht nur für das Studium wichtig, sondern auch für Beruf, Ehrenamt und eine Region im Strukturwandel. 

Zugleich weitete Prof. Dr. Alexander Kratzsch den Blick über die Erstsemester hinaus: Zur Hochschule gehören für ihn ebenso Lehrende und Beschäftigte, Studierendenvertretungen, Familien sowie Partner aus Stadt, Region, Politik und Wirtschaft. Hochschule entstehe dort, wo Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und einander unterstützen.

Bildlich untermauert wurde diese Botschaft, als auf Einladung des Rektors zunächst die Erstsemester, dann die Hochschulangehörigen und schließlich alle Gäste in der Kirche aufstanden. Für einen Augenblick wurde so sichtbar, was mit „Wir alle sind Hochschule“ gemeint ist: eine Hochschulgemeinschaft, zu der viele gehören. Anschließend sprach er im Namen der Hochschulgemeinschaft die feierliche Immatrikulation aller Erstsemester aus.

Ein besonderer Start ins Hochschulleben

Zum Ende der Immatrikulationsfeier setzte Moderatorin Victoria Hohlfeld gemeinsam mit Samuel Wagner am Klavier einen persönlichen musikalischen Akzent. Mit dem Lied „I Made It“ richtete sie sich direkt an die Erstsemester und wandelte eine Zeile für den Anlass zu „You’ll make it“ um.

Danach kamen Vertretungen der Fachschaften als Dinosaurier verkleidet in die Kirche und begleiteten die Erstsemester zum gemeinsamen Erstifoto und zum Get-together auf dem Campus. Mit viel Humor machten sie dabei studentische Mitwirkung und die Arbeit der Fachschaften sichtbar.

Auf dem Campus Zittau wurden anschließend der Wind-Photovoltaik-Baum und der Makerspace eingeweiht. Über die beiden neuen Lernorte berichtet die HSZG in einer eigenen News.

Foto: Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch
Rektor
Prof. Dr.-Ing.
Alexander Kratzsch
Rektorat
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 16
Gebäude Z I, Raum 1.55
1. Obergeschoss
+49 3583 612-3000