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30. September 2026

Wie wollen wir im Alter wohnen? – Görlitz diskutiert Zukunft und Lösungen

Beim Thementag „Wohnen im Alter – zwischen Tradition und Zukunft" am 28. September 2026 in Görlitz diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft aktuelle Ansätze und Zukunftsperspektiven für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter.

Eröffnung des Thementages

Bereits zum dritten Mal lud das GAT-Institut gemeinsam mit dem Familienbüro Görlitz, der Engagierten Stadt Görlitz und dem Kreisseniorenrat des Landkreises Görlitz zum Thementag ein. Rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute aus Wissenschaft und Praxis und regionale Akteure kamen am 28. September 2026 in Görlitz zusammen, um gemeinsam über eine der zentralen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit zu diskutieren. 

Maria Fabisch aus dem Projekt Saxony5 vom GAT-Institut eröffnete den Thementag, welcher vielfältige Wohnformen beleuchtete, zu soziale Strukturen und barrierefreie Wohnraumanpassung informierte und einen Blick auf intelligente Technologien warf.

Impuls aus der Wissenschaft

Sarah Kautz von der BTU Cottbus-Senftenberg stellte Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Professionalisierung der Wohnraumberatung in Brandenburg" (ProWoB) vor. 

Ihre Forschung zeigt: Wohnraumberatung findet in der Praxis meist erst in akuten Krisensituationen statt und präventive Potenziale bleiben häufig ungenutzt. Zudem verdeutlichte der Beitrag, dass Wohnen ein komplexes soziales Phänomen ist, das von Normen, Werten und wirtschaftlichen Verhältnissen geprägt wird und dass Beratung entsprechend sensibel und ganzheitlich erfolgen muss.

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Wohnraumberatung und Wohnungsanpassung können ein Weg sein, wie ältere Menschen sicher und selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung wohnen bleiben können. Wichtig dabei ist jedoch, sich rechtzeitig Gedanken um seine Wohnwünsche im Alter zu machen. Ihr größtes Potenzial hat die Wohnberatung als präventives Angebot, nicht in der Krisenintervention. Umso wichtiger ist es, dass Strukturen zur neutralen, unabhängigen und nicht gewinnorientierten Wohnraumberatung für ältere Menschen in allen Bundesländern zur Verfügung stehen.

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Sarah Kautz – Projekt ProWOb | BTU Cottbus-Senftenberg

Block 1: Wohnformen im Alter – Erfahrungen aus der Praxis

Im anschließenden Block zu vielfältigen Wohnformen kamen drei Perspektiven zu Wort: Der Verein Miteinander Füreinander Jung und Alt Görlitz e.V. berichtete offen über Erfahrungen und auch Grenzen des generationenübergreifenden Gemeinschaftswohnens. Arne Myckert (KommWohnen) stellte vor, wie zukünftiges Seniorenwohnen in Görlitz konkret aussehen kann. Sebastian Kubasch wagte schließlich einen Blick in eine weitere Zukunft und sprach über das Wohn- und Versorgungskonzept für Menschen mit Demenz in Görlitz.

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Menschen mit Demenz brauchen ein Zuhause, in dem vertraute Gewohnheiten, Beziehungen und eigene Entscheidungen auch bei zunehmendem Pflegebedarf ihren Platz behalten. Mit dem Projekt ,Daheim mit Demenz – Ein Wohn und Versorgungskonzept für Menschen mit Demenz in Görlitz‘ des AWO Kreisverbandes Oberlausitz e.V. wollen wir zeigen, wie sich Wohnen, Pflege und Teilhabe unter den Bedingungen unserer Region zusammenbringen lassen.

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Sebastian Kubsch – Projekt- und Konzeptionsentwicklung AWO Kreisverbandes Oberlausitz e.V.

Block 2: Leben im Quartier – Nachbarschaft als Ressource

Der zweite Block richtete den Blick vom Wohnraum auf das Wohnumfeld. Philipp Schmidt (Genos) stellte das Konzept des „Kümmerers" vor: eine Fachkraft, die im Quartier gezielt dabei hilft, nachbarschaftliche Netzwerke zu stärken und Menschen miteinander zu verbinden. Lena Wallnitz präsentierte anschließend das Mehrgenerationenhaus Görlitz und die dort gelebte Nachbarschaftshilfe als konkretes Beispiel dafür, wie generationenübergreifende Unterstützung im Alltag funktionieren kann.

Beide Beiträge machten deutlich, dass soziale Einbindung und gegenseitige Unterstützung keine Selbstverständlichkeit sind. Sie brauchen Strukturen, Orte und Menschen, die sie tragen.

Block 3: Barrierefreiheit und digitale Unterstützung

Im abschließenden Seminarteil wurden zwei praktische Handlungsfelder beleuchtet. 

Elvira Mirle, Inklusionsbeauftragte für den Landkreis Görlitz, informierte über barrierefreies Wohnen und Wohnraumanpassung sowie die dazugehörigen Finanzierungsmöglichkeiten. Ein Thema, das für viele Menschen konkret und dringend ist, über das aber noch zu wenig gesprochen wird.

Oliver Welz vom Zentrum für skalierbare Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz (ScaDS.AI) zeigte abschließend, welche Möglichkeiten Künstliche Intelligenz im häuslichen Alltag älterer Menschen bieten können. Sein Beitrag regte zum neugierigen Ausprobieren und lebhafter Diskussion an und machte deutlich, dass digitale Unterstützung Selbstständigkeit fördern kann, wenn sie niedrigschwellig und menschenzentriert gestaltet wird.

Fazit

Der 3. Thementag hat gezeigt, dass die Frage des Wohnens im Alter viele Dimensionen hat: bauliche, soziale, finanzielle und technische. Die große Resonanz und die engagierten Diskussionen bestätigen den Bedarf an solchen Begegnungsformaten in der Region. Das GAT-Institut plant gemeinsam mit seinen Partnern, die Reihe auch im letzten Projektjahr fortzusetzen.

Die Veranstaltung ist eingebettet in das Verbundprojekt Saxony5.

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Wohnen im Alter ist keine reine Wohnungsfrage – es geht um Teilhabe, Würde und ein funktionierendes soziales Umfeld. Dieser Thementag hat gezeigt, wie viele kreative Ansätze es bereits gibt, und wie wichtig es ist, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft dabei zusammenzubringen."

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Maria Fabisch – Saxony5 | GAT-Institut
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Das Wohnen im Alter beschäftigt uns Senioren selbstverständlich. Dass dieses Thema vom GAT angesprochen wurde, finde ich besonders wichtig. Die Veranstaltung hat uns durch Vorträge von KommWohnen, GENOS und Vereinen gezeigt, welche Bemühungen in unserer schönen Stadt unternommen werden, um das Leben im Alter lebenswert zu gestalten. Danke für die gute Organisation.

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Rose-Maria Zock – Vorsitzende des Kreisseniorenrat Landkreis Görlitz
M.A.
Maria Fabisch
Institut für Gesundheit, Altern, Arbeit und Technik
02826 Görlitz
Parkstraße 2
Gebäude G VII, Raum 317
2.Obergeschoss
+49 3581 374-4996