Meldungsdetails

02. Juli 2026

Junge Chemietalente forschen an der HSZG

Vier Schülerinnen und Schüler des Sächsischen Landesgymnasiums Sankt Afra in Meißen experimentierten während des plus-MINT-Forschercamps an der Hochschule Zittau/Görlitz. Im Labor der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften lernten sie moderne Verfahren der organischen Chemie kennen und untersuchten eine lichtinduzierte chemische Reaktion.

Am 22. und 23. Juni 2026 besuchten drei Schülerinnen der 10. Klasse und ein Schüler der 9. Klasse den Campus Zittau der Hochschule Zittau/Görlitz. Begleitet von Prof. Dr. Jan Mollitor nahmen die Jugendlichen zunächst an einer Vorlesung zur Organischen Chemie teil. Anschließend konnten sie im Labor eine Synthese selbst durchführen und die erhaltenen organischen Verbindungen mittels moderner instrumenteller Analysemethoden untersuchen.

Der zweitägige Aufenthalt war Teil des plus-MINT-Forschercamps des Sächsischen Landesgymnasiums Sankt Afra. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei einen unmittelbaren Einblick in den Hochschulalltag sowie in die Arbeitsweise eines modernen Chemielabors. Während ihres Aufenthalts übernachteten sie im Wohnheim der HSZG.
 

Licht verändert Moleküle

Im Mittelpunkt der Laborarbeit stand die Herstellung sogenannter Stilbene. Dabei handelt es sich um organische Verbindungen, an denen sich lichtgesteuerte chemische Reaktionen besonders gut untersuchen lassen. Die Jugendlichen stellten die Verbindungen durch die gezielte Verknüpfung zweier Kohlenstoffatome her.

Anschließend untersuchten sie die entstandenen Stoffe mithilfe der Kernspinresonanzspektroskopie, kurz NMR, und der IR-Spektroskopie. Beide Verfahren liefern Informationen über den molekularen Aufbau und die Eigenschaften chemischer Verbindungen.

Für einen weiteren Versuch wurden die hergestellten Stilbene dem Sonnenlicht ausgesetzt und danach erneut analysiert. Durch die Einwirkung des UV-Lichts veränderte sich die räumliche Anordnung der Moleküle. Mit dem NMR-Spektrometer der HSZG konnten die Schülerinnen und Schüler diese sogenannte photochemische Isomerisierung verfolgen. Die Besonderheit: Allein durch Erwärmung lässt sich diese Reaktion nicht auslösen.
 

Eigene Experimente wecken Begeisterung

Die Verbindung von Vorlesung, Laborarbeit und eigener Auswertung machte wissenschaftliches Arbeiten für die Jugendlichen unmittelbar erfahrbar. Prof. Dr. Jan Mollitor zeigte sich von ihrem Interesse und ihrer Motivation beeindruckt: „Der Aufenthalt der Schülerinnen und Schüler von Sankt Afra bei uns in Zittau war ein voller Erfolg. Ich konnte selbst erleben, wie viel Freude es machen kann, mit hochmotivierten und interessierten Schülerinnen und Schülern zu arbeiten.“

Am 24. Juni 2026 präsentierten die vier Jugendlichen ihre Ergebnisse am Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen. Prof. Dr. Jan Mollitor begleitete die Präsentation vor Ort und war beeindruckt, mit wie viel Leidenschaft die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften vorstellten.
 

Neue Kontakte für weitere gemeinsame Projekte

Der Besuch schuf zugleich eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zwischen der HSZG und dem Landesgymnasium Sankt Afra. Weitere Besuche von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften am Campus Zittau sind bereits vorgesehen. Auch neue gemeinsame Projekte befinden sich in Planung.

Mit solchen Angeboten bringt die HSZG junge Menschen frühzeitig mit Wissenschaft, Studium und Forschung in Kontakt. Praktische Erfahrungen im Labor können das Interesse an naturwissenschaftlichen Themen stärken und neue Perspektiven für die spätere Studienorientierung eröffnen.
 

Jan Mollitor
Ansprechperson
Prof. Dr. rer. nat.
Jan Mollitor
Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften
02763 Zittau
Schwenninger Weg 1
Gebäude Z VII, Raum 16
Erdgeschoss
+49 3583 612-4659